Hahnemann führte an Gruppen gesunder Versuchspersonen Arzneimittelversuche durch, d.h. er verabreichte den Versuchspersonen täglich eine bestimmte homöopathische Substanz pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Ursprungs und beobachtete die von dieser Substanz nach einigen Tagen hervorgerufene Wirkung. Die Symptome (Beschwerden) aller beteiligten Versuchspersonen listete er systematisch von Kopf bis Fuß auf, so dass für die entsprechenden Prüfsubstanzen ganze Symptomenbilder entstanden.

So gibt es für jedes homöopathische Mittel eine lange Auflistung, was es an jedem einzelnen Körperorgan, aber auch an der psychischen Verfassung des Menschen für Beschwerden hervorrufen kann, falls man es täglich in hoher Stärke (= Überdosierung) verabreicht. Diesen Vorgang, der auch heute noch zum Auffinden neuer homöopathischer Mittel dient, nennt man Arzneimittelprüfung.

Das homöopathische Mittel Belladonna (Tollkirsche) ruft beispielsweise in der Arzneimittelprüfung unter vielen anderen Beschwerden pochende Kopfschmerzen, ein rotes Gesicht, Fieber und Gliederschmerzen hervor. Eine Grippe, die mit genau diesen Beschwerden einhergeht, wird durch die Gabe von potenzierter Belladonna schnell geheilt werden. Auch für die Heilung chronischer Krankheiten trifft diese Art der homöopathischen Mittelfindung (Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt) zu.

Das Ähnlichkeitsgesetz kann man übrigens auch in der Natur wiederfinden:

Sterne nimmt das menschliche Auge nur am Nachthimmel wahr, obwohl sie tagsüber auch scheinen. Sie werden allerdings vom Tageslicht der Sonne (ähnliches Licht) ausgelöscht.

Stößt man sich den Ellenbogen, drückt man automatisch auf die empfindliche Stelle, bis der Schmerz nachlässt. Der erste starke Druck (= Anstoßen) wird durch einen ähnlichen Druck (Gegendrücken) gelindert.

Kalte Füße werden bei einem Spaziergang am Strand schnell warm, läuft man kurz barfuß durchs kalte Meerwasser.

Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt.